Ich war schon fünfmal bei Holi dabei — einmal in Delhi, zweimal in Vrindavan, einmal in Pushkar und einmal in einem kleinen Dorf in Rajasthan, dessen Namen die meisten Reisenden nie gehört haben. Jedes Mal war es anders. Jedes Mal war es unvergesslich.

Was Holi wirklich bedeutet

Holi ist ein hinduistisches Frühlingsfest, das den Sieg des Guten über das Böse feiert — konkret die Geschichte von Prahlad und der Dämonin Holika. Gleichzeitig markiert es den Beginn der warmen Jahreszeit. Das Vorabend-Ritual, Holika Dahan, ist dabei mindestens so wichtig wie der bunte Tag selbst: Grosse Lagerfeuer werden entzündet, Familien versammeln sich, Mantras werden gesungen.

Erst am Folgetag — Rangwali Holi — beginnt das Farbwerfen. Pulverfarben (Gulal) und Wasser fliegen durch die Luft. Soziale Grenzen lösen sich auf: Jung und Alt, Reich und Arm feiern gemeinsam. Es ist eines der egalitärsten Feste der Welt — und eines der lautesten.

Holi ist das einzige Fest der Welt, bei dem ein Schweizer Banker und ein indischer Rikschafahrer gleichzeitig aussehen wie bunt bemalte Kinder.Jess Mulavarikkal

Die besten Orte für Holi

Nicht alle Holi-Erlebnisse sind gleich. Der Ort macht den Unterschied.

Authentischstes Erlebnis
Mathura & Vrindavan

Die spirituelle Heimat von Krishna — Holi wird hier eine ganze Woche lang gefeiert. Intensiv, farbenprächtig, überwältigend. Mein absoluter Favorit.

Spektakulärster Moment
Lathmar Holi, Barsana

Eine Woche vor dem offiziellen Holi: Frauen vertreiben Männer symbolisch mit Stöcken. Das unvergesslichste Ritual Indiens, kaum international bekannt.

Beste Wahl für Erstbesucher
Jaipur

Das Holi am Elephantenfestival ist gut organisiert, fotogen und weniger überwältigend als Mathura. Ideal für Schweizer Reisende auf ihrer ersten Indien-Reise.

Entspanntestes Erlebnis
Pushkar

Beliebt bei internationalen Reisenden, angenehme Atmosphäre, weniger Gedränge. Gut für alle, die Holi erleben wollen ohne ins tiefe Wasser geworfen zu werden.

Was man tragen (und mitbringen) sollte

Kleidung: Alte, weisse Kleider — Holi-Tradition ist es, mit Weiss zu starten und bunt zurückzukommen. Nichts tragen, das ihr nicht wegschmeissen würdet. Keine Kontaktlinsen (Farbe kommt in die Augen). Keine teuren Schuhe.

Haut und Haare: Vor dem Fest Kokosnussöl oder normales Körperöl auf Haare und Haut auftragen. Die Farben lassen sich dann viel leichter abwaschen. Ohne Öl kann es Tage dauern.

Kamera und Handy: Teures Equipment zuhause lassen oder in wasserdichten Beuteln schützen. Die Farben und Wasserspritzer machen Elektronik kaputt. Eine günstige Einwegkamera ist die beste Lösung.

Lathmar Holi in Barsana — das intensivste Holi-Erlebnis Indiens. Bildunterschrift anpassen.
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Lathmar Holi in Barsana — das intensivste Holi-Erlebnis Indiens. Bildunterschrift anpassen.
Insider-Tipp von Jess

In Vrindavan beginnt die Feier eine Woche vor dem offiziellen Holi-Datum. Die «Widow's Holi» im Gopinath-Tempel — einst verboten für Witwen — ist heute eines der bewegendsten Holi-Erlebnisse überhaupt: Hunderte älterer Frauen in Weiss, die zum ersten Mal Farben werfen dürfen.

Respekt und Grenzen

Holi ist wunderbar — aber in grossen Städten kann es für Frauen unangenehm werden. Manche nutzen das Gedränge aus. Meine Empfehlung: In Gruppen reisen, lokale Begleitung haben und sich auf Veranstaltungen konzentrieren, die organisiert und sicher sind.

Als Reisende aus der Schweiz seid ihr eingeladen, mitzufeiern — aber als Gäste. Fragt, bevor ihr jemanden mit Farbe bewerft. Respektiert das Nein. Das Fest ist für alle schöner, wenn alle respektvoll miteinander umgehen.

Gruppenreise 2026

Holi in Indien erleben

Auf unserer Reise «Indische Momente» erleben wir Holi gemeinsam — mit lokaler Begleitung, an den richtigen Orten, zur richtigen Zeit.

Zur Reise «Indische Momente» →